Die Vision

Wir träumen von einer Welt, in der kein Kind sexuelle Gewalt erfahren muss. In der kein Kind überhaupt eine Art von Gewalt erfahren muss! 

Kinder sind nicht nur unsere Zukunft, sondern auch unsere Vergangenheit. Wir alle waren einmal "Kind". Wir alle wissen wie es ist, in verwelkten Blättern Gnome, in Pusteblumen Feenstaub und in Stöcken echte Schwerter zu sehen. Kinder haben eine vollkommen andere Sicht auf die Welt. Ihnen ist es egal, welche Hautfarbe ihr bester Freund hat, ob er im Rollstuhl sitzt oder ob seine Eltern zu arm sind, um ihm ein anständiges Pausenbrot zu machen. Kinder sind von Natur aus (im allerbesten Sinne!) naiv und glauben an das Gute im Menschen. 

Bei sexueller Gewalt wird diese naive Weltsicht zerstört. Wieder und wieder wird die Gutherzigkeit der Kinder ausgenutzt und ihre Seele trägt irreparable Risse davon. 

Wir möchten das nicht einfach so hinnehmen! Wir sind davon überzeugt, dass viele der Gewalttaten verhindert werden können, wenn die Menschen sich nur mehr für dieses Thema interessieren. Nur wer weiß, wie Täter vorgehen, welche Symptome betroffene Kinder und Jugendlich zeigen - nur der kann aktiv eingreifen. 

 

Und wir träumen davon, dass bereits Betroffene auf mehr Verständnis stoßen. Dass sie nicht als "Lehrobjekt" missbraucht werden, nicht wie ein Tier im Zoo betrachtet werden. Wir möchten, dass die Menschen sich aktiv mit diesem Thema auseinandersetzen. Ein leicht dahergesagtes: "Oh, das ist wirklich sehr schlimm!" reicht unserer Meinung nach nicht aus. Erst wenn man erkennt, welche Schmerzen und welche Schwierigkeiten die Betroffenen auch jahrzehnte später noch haben, kann ein angemessener Austausch stattfinden. Auch wenn es weh tut - wir müssen diese schreckliche und schmerzhafte Realität an uns heranlassen, um echtes Verständnis zu schaffen und somit auch ehrliche Hilfe leisten zu können. 

Betroffene zeigen häufig Symptome, die in der heutigen Gesellschaft nicht akzeptiert werden. Viele entwickeln mentale Auffälligkeiten. Das kann von einer Essstörung über Selbstverletzendes Verhalten bis hin zu einer Persönlichkeitsstörung, Suizidalität oder Psychosen führen. 

 

Viel zu oft werden Menschen aufgrund dieser Erkrankungen von der Gesellschaft ausgegrenzt, verspottet oder als "verrückt" abgestempelt. Präventiv zu arbeiten ist unglaublich wichtig. Genauso wichtig ist es aber den Menschen, die bereits Betroffene sexueller Gewalt wurden, zuzuhören und ihnen bei der Verarbeitung des Erlebten zu helfen.